Die Volt-Europaabgeordnete und Vorsitzende im Ausschuss für Bildung und Kultur Nela Riehl zieht nach Abschluss der MONDIACULT-Konferenz der UNESCO in Barcelona eine positive Bilanz. MONDIACULT ist ein Forum, bei dem Staaten, internationale Organisationen und zivilgesellschaftliche Akteure zusammenkommen, um kulturelle Herausforderungen und die politische Dimension von Kultur zu thematisieren. Die Weltkonferenz zur Kulturpolitik fand vom 29. September bis 1. Oktober statt, mit Regierungschefs, Kultusministern und Akteuren aus der Kulturpolitik von über 100 Ländern.
“Kultur verbindet, statt zu spalten”
Riehl begrüßte vor allem die Bereitschaft zur globalen Zusammenarbeit im Kulturbereich. „Diese Konferenz ist auch ein starkes Zeichen, dass der Multilateralismus nicht tot ist. Die teilnehmenden Nationen teilen grundsätzlich eine Überzeugung: Dass Kultur verbindet, statt zu spalten. Und deshalb ist MONDIACULT eine Veranstaltung, bei der wir Vielfalt feiern und Austausch ermutigen. Das ist in einer Zeit, in der nationale Egoismen und Isolationismus zunehmen leider keine Selbstverständlichkeit mehr. Ich bin deshalb sehr froh, dass Kultur in der abschließenden Vereinbarung der Konferenz klar als öffentliches Gut und eigenes Ziel für Nachhaltige Entwicklung definiert wird.“
Überschattet wurde das diesjährige Treffen vom Austritt der USA aus der UNESCO. „Damit fehlen nicht nur erhebliche Finanzmittel, sondern auch eine wichtige Stimme am Tisch“, so Riehl. „Das Treffen hat zum Glück gezeigt: Die UNESCO ist widerstandsfähig, sie vereint noch immer viele Länder, die an den gleichberechtigten Austausch in der Kulturpolitik glauben. Dennoch würde ich mir wünschen, dass die Trump-Regierung ihre selbstgewählte Isolation überdenkt. Am Ende schadet sie damit am meisten dem amerikanischen Volk und der eigenen Kulturszene, wenn Brücken abgebrochen werden. Dagegen ist es großartig zu sehen, die Staatengemeinschaft in der UNESCO bleibt weiterhin genauso aktiv und entwickelt Strategien für den Umgang mit KI, Krieg und Klima. “
“Russland missbraucht kulturelle Mittel für hybride Kriegsführung”
Auffällig allerdings: Russland nimmt weiterhin an der MONDIACULT Konferenz teil. Riehl begrüßt zwar die generelle Bereitschaft, an diplomatischen Lösungen zu arbeiten. Aber sie verurteilt den diesjährigen Auftritt der russischen Seite bei der Konferenz scharf: „Für mich war es inakzeptabel, dass diese Bühne für Kriegs-Propaganda missbraucht wurde. Die russischen Beiträge spiegelten einerseits das rücksichtslose Weltbild von Russlands Regierung wider, und schönten und rechtfertigten andererseits den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Dem hätten die Veranstalter etwas entgegensetzen müssen. Mir hat eine kritische Einordnung gefehlt, die Russland klar als Aggressor verurteilt. Denn Moskau missbraucht auch kulturelle Mittel , um Gesellschaften gezielt zu destabilisieren und die eigene Weltsicht mehr oder weniger subtil zu verbreiten. In der Ukraine sind kulturelle Identität, Kulturschaffende und Kulturinstitutionen dezidierte Ziele russischer Militäroperationen und hybrider Kriegsführung. Das dürfen wir nicht einfach hinnehmen!“